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Passé bis heute...

Lange bevor sich ein alter vergammelter Bauwagen, ein Jahr vor Tschernobyl, in ein schnuckeliges Roulotte, einen Bio-Zirkuswagen transformierte, war das Leben von Markus Bausch bereits von anderen Geschehnissen geprägt.

Kindheit

Als jüngstes Mitglied einer Familie mit fünf Kindern, musste er nicht nur frühzeitig lernen, sich durchzusetzen und sich zu behaupten, sondern auch seine ganz eigene, etwas andere Persönlichkeit zu entwickeln.  Seine älteren Schwestern verküssten den kleinen pausbäckigen Goldschatz, wann immer sich Gelegenheit bot, oft bis knapp an die Grenze zu Erstickungsanfällen.

Er wurde zum schwarzen Schaf. Das ging schon früh los.

Nur selten fand er den direkten Nach-Hause-Weg von der Grundschule zum Elternhaus, wo seine Mutter mit dem warmen Essen auf ihn wartete. Von tiefer Sorge bewegt, begab sie sich eine Stunde später auf die Suche und wurde immer fündig, auf verschiedensten Baustellen. Sein Schulranzen lag teilnahmslos auf irgendeinem Sand- oder Kieshaufen. Oft saß der kleine, süße Markus samt seinen dicken Backen mit einem hochkonzentrierten, aber verzückt-strahlendem Gesicht auf dem Schoß des portugiesischen Baggerführers und half ihm in die Welt hinein zu graben. Oder Bambino schleuderte Kieselsteine unter lachendem Applaus einiger italienischer Holzverschaler in die Betonmischmaschine. Oder seine Mutter sah ihn hoch oben im dritten Stock eines Rohbaus im Schneidersitz auf ein paar losen Backsteinen sitzen, fröhlich singend und plaudernd mit einigen jugoslawischen Maurern.

Er kam einfach nicht daran vorbei, an den Baustellen.

Die Schule war nie sein Ding. Die Lehrer, die er in 14 langen Schuljahren mochte, konnte man an einer Hand abzählen.

In seinem zwölften Lebensjahr fand er sich selbst klitschig und schrecklich ekelig, war Mamasöhnchen und überhaupt vollkommen überflüssig. Sein acht Jahre älterer Bruder sagte nur "Schnitzelfresser" zu ihm, wollte nie mit ihm spielen, klärte ihn allerdings auf, wie das mit der Liebe so ist. 

Mit 15 hatte er lange Haare, ein Mofa und stets dreckige Hände und schwarze Schmiere unter den Fingernägeln. Das passte gut zu seinem Nebenjob: Leichenträger. Auf Anruf abrufbereit galt es, Verstorbene daheim abzuholen und mit dem Bestatter auf den Friedhof zu bringen. 15 Mark pro Leiche. Die Psyche der Menschen, vor allem der Hinterbliebenen stimmte ihn nachdenklich, wie auch das Geschäft mit dem Tod.

Zu seinem 16. Geburtstag starb Jimmy Hendrix.

Jugend - auf in die Welt

Mit 18 hatte er noch längere Haare, ein Motorrad und war ein Easyrider.

Die Liebe zur Welt, Wein und zu Frauen entwickelte sich und begleitet ihn noch heute.
Stolz darauf, mit möglichst geringem Aufwand (und mit dem schlechtestmöglichen bundesdeutschen Durchschnitt) die Schule abzuschließen, war jetzt Platz für neues Erleben: jobben und reisen, mit dem Rucksack... und los.[DvS1]
Und retour ... irgendein Job ... und wieder los.

Mit 23 knallte es richtig. Motorradunfall.
Seine Krankenhauskarrière begann. Dreimal zwischen Leben und Tod, etliche Operationen und eine Fastamputation überschatteten sein Leben. Viel Schmerz, bis heute, und er humpelt noch immer... Das prägt.
Zwischen den Rehas und Folgeoperationen erneute Reisen auf Krücken, Ausbildung zum Keramiker in der Kunstschule in Nürtingen und erste Erfahrungen im Silberschmiedehandwerk bei einer Freundin in München.

Bauwagen - "Roulotte", Provence

Und dann kam die Lust auf Unabhängigkeit auf die "richtige" Freiheit und auf das Ungebundensein. Ein alter, vergammelter Bauwagen wurde in ein Roulotte transformiert und ein Porsche-Traktor wurde gekauft. Mit 20km pro Stunde geht's quer durch Frankreich in die Provence.

Keramiktrommeln, Werkstatt, Märkte und Rakukurse folgten. Die Geschichte einer grossen nichtzwischenmenschlichen Liebe beginnt. Ein Hund tritt unerwartet in Markus Existenz, Bechamel. In Zusammenarbeit mit der Schneiderin Birgit Hackert wird der Event Leolook im schwäbischen Leonberg créiert - mehr als nur eine Modenschau mit selbstkonfektionierten Kleidern und integriertem Rakuschmuck.

Später wird Markus von Hans Sailer engagiert am Friedensdenkmal im Leonberger Stadtpark mitzuwirken.

Nach einigen Jahren in der Provence wird wieder angekoppelt. Ciao.
Der kleine Rote, der Porsche Traktor, zieht sein Roulotte und seine neue Hund-Mann Besatzung erneut quer durch Frankreich bis in die Bretagne.


Bretagne

Ein Jahr leben, lachen und leiden auf einem Dorfplatz neben einer Bar, dann alleine mit Bechamel, au bord de la mer. Ruhe.

Entdeckung der Salzgärten von Assérac und die Arbeit der Salzbauern. Ein Jahr Photografie. Entstehung verschiedener Diashows und deren Aufführungen. Bechamels Sohn Leonardo wird geboren.

Leben auf dem Grundstück einer liebgewonnenen Familie mit Kids und Ziegen und Hunden und Pferden. Kindergeschichten entstehen. Zwei Roulottes werden gebaut, winterhart mit Bullerofen zum Heizen. Pferde werden zum Einspannen trainiert, ein Leo-Mensch wird noch schnell geboren, Markus wird Patenonkel und wieder geht's ab, kreuz und quer durch die Bretagne mit drei Roulottes, drei Erwachsenen, drei Pferden, einem Porsche, vier Kindern, zwei Hunden, zwei Ziegen und sieben Hühnern(LINK).

Man passiert nicht unbemerkt. Viele Festivals und Auftritte und Feste. 1998 stirbt Bechamel.

Die Geschichte von Peran, dem Zeitnomaden, erblickt das Licht der Welt. Der erste Entwurf des Hörbilderbuches "Roulotte - Kistenseele" wird bei einem 3-monatigen Irland Aufenthalt geschrieben. Olivane (LINK) und Markus entscheiden, Wegabschnittsgefährten zu werden, zusammen zu bleiben und etwas ganz anderes zu unternehmen.Letztes grosses Fest aller Roulottiers (inzwischen wohl zehn Familien) in der Nordbretagne. The Party is over.


Pyrenäen, St. Plancard

Richtung Süd mit Olivane, seiner Freundin. Winter-Zwischenstopp bei La Rochelle, um Inge(LINK), unserer belgischen Musikerin, ein Roulotte zu bauen. Ziehen, Lernen, Musik und Theater in allen möglichen Schulen, Kneipen, Märkten, Festen, Altenheimen mit Inge, sprechen, spielen, singen. Olivane beginnt ihre Ausbildung als Bergführerin in den Pyrenäen. Eine Ruine in St. Plancard, mit Blick auf die Berge wird erstanden. Action mit Inge überall in der Gegend.

Die erste Version der Bärengeschichte wird zu Papier gebracht. Fünf weitere sollen bis zur endgültigen Fassung noch folgen. Auftritte in Deutschland und Frankreich. Olivane beendet ihre Ausbildung und arbeitet als Bergführerin.

2006 grosse Reise über ein Jahr mit Plastikcaravan und altem Auto via Rumänien und Istanbul bis ans Schwarze Meer und zurück via Meteor und Pompei. Phantastisch, aber kalt. Eine Diareisegeschichte entsteht (LINK).

Verschiedenste Kulturevents folgen, Lieder werden geschrieben und gesungen.

Die Ruine in France wird einsturzsicher gemacht, Gräben gezogen, alte Dachrinnen werden recycelt und montiert und etliches mehr. Auch hier lautet die Devise: Modestie et Fantaisie = la vrai Ecologie, Einfachkeit und Phantasie = die wahre Ökologie. Es wird so richtig gearbeitet, Olivane hat einen Garten angelegt und macht eine offizielle Ausbildung als "Alternativbauarbeiterin". Sie lernt den Umgang mit Stroh, Lehm, Kalkputz und anderem. Restauration du patrimoine übersetzt man am besten mit Denkmalschutzpflegebaurestaurateurin.

Viele Deutschlandreisen, vor allem Berlin hat's in sich.

Lotte Llacht macht die endgültige Regie der Bärengeschichte.

Das Mamasöhnchen Markus beschliesst seine Mutter öfter zu besuchen. Sie wird im Dezember 2008 ganze 90 Jahre alt. Big Party. Auch er wird älter.

Die Revolution war für 2009 vorgesehen, doch statt dessen wird ein Solarkocher  gekauft und mit Hilfe von Dietmar wird eine Website entstehen.

Et voilà, das wär's vorläufig! Die Revolution wird auf 2010 verschoben.

So, jetzt wissen Sie fast alles über uns, da gilt es nur noch uns zu finden.

Viel Glück, good luck und bonne chance!

2006 grosse Reise über ein Jahr mit Plastikcaravan und altem Auto via Rumänien und Istanbul bis ans Schwarze Meer und zurück via Meteor und Pompei. Phantastisch, aber kalt. Eine Diareisegeschichte entsteht.